Österreichische Staatsmeisterschaften Cyclocross 2019

Zum vierten Mal war die Österreichische Bundeshauptstadt Schauplatz der Titelkämpfe für die Querfeldeinspezialisten.

Auf dem Gelände des Kraftwerks Donaustadt wurde am 12. und 13. Jänner 2109 das Finale der Crosssaison 2018/19 ausgetragen.
Während manche Gegenden des Landes im Schnee versanken, präsentierte sich der ca. 2,7 Kilometer lange Wiesenkurs schneefrei. Allerdings stellten rutschige Kurven und Schrägfahrten und eine Stiege hohe technische Anforderungen an die Akteure.
Auf langen, geraden Passagen musste kräftig in die Pedale getreten werden. Der starke Wind bewirkte, dass die Fahrer, wie beim Straßenrennen den Windschatten des Vordermannes suchten.

Schon der Samstag verlief spannend.
Das erste Rennen des Tages musste die Entscheidung im ÖRV-ZMS Cyclocross Cup bringen. Philipp Heigl führte mit sieben Punkte Vorsprung vor Manfred Zöger. Vom Start weg lagen die beiden Sieganwärter an der Spitze, allerdings stets in ihrem Windschatten der noch regierende Staatsmeister Gregor Raggl, Vizemeister Daniel Federspiel und Zeitfahrspezialist Andreas Hofer. Letzterem gefielen die langen Tempostücke und unter seinem Tempodiktat drohte die Gruppe zu platzen. Nach Problemen mit der Kette fand sich Hofer allerdings auf Rang Vier. Vorne war Zöger mit Federspiel Heigl enteilt und mit einem Sieg wäre ihm der Cupsieg sicher gewesen. Der Steirer verlor jedoch um einige Zentimeter den Sprint gegen Federspiel, den spurtstarken MTB-Eliminator Spezialisten. Dadurch reichte Heigl der dritte Platz um mit mageren zwei Punkten Vorsprung die Jahresgesamtwertung zu gewinnen. Staatsmeister Raggl, sichtbar im Schongang, sah sich die Positionskämpfe als Fünfter von hinten an.

Das Rennen der Frauen gewann Nadja Heigl überlegen vor der Juniorin Cornelia Holland.

Dann folgten die Rennen der Nachwuchsfahrer. Während in den Kategorien U15 (Sieger Christoph Holzer) und Mädchen U17 (Siegerin Helene Reinbacher) die Starterzahlen durchaus in Ordnung gingen, war das „Feld“ der Junioren dünn (4 Starter). Das solldie Leistung des Meisters Stefan Kovar aber nicht schmälern, er fuhr beinahe den gleichen Rennschnitt wie die Kategorie Master I.

Im letzten Rennen des Tages waren die Masters am Zug. In vier Klassen und mit einem imposanten Starterfeld von beinahe 50 Fahrern ermittelten sie ihre Meister.
Am spannendsten verlief das Rennen der Master I. Gerald Teubenbacher führte die große Meute ins Gelände.Zur Halbzeit lagen Tom Mair, Jürgen Pechhacker, der in Deutschland lebende Klaus Reinisch und Teubenbacher in Front. Nach zwei Defekten gab Mair entnervt auf und Teubenbacher lag hinter dem Duo Pechhacker/Reinisch auf Platz Drei. Reinsch wirkte stärker, wagte es aber nicht einen Angriff zu starten. Im Finale riss Pechhacker die Initiative an sich und konnte mit wenigen Zentimeter Vorsprung seinen vierten Mastertitel einfahren. Martin Mayer passierte noch Teubenbacher, der sich am Knie verletzt hatte, und gewann Bronze.
Die Klasse Master 2 gewann Johann Bartl, Master 3 Herbert Anzengruber und Master 4 Altmeister Hermann Mandler, der sensationell die neuntbeste Rennzeit erzielt hat.

Die Staatsmeisterschaften als Höhepunkt des zweiten Renntages
Am Sonntag präsentierte sich die Strecke trotz angekündigtem Regen im Sonnenschein, allerdings herrschte, wie am Vortag, starker Wind.

Das erste Rennen des Tages, das zweite Rennen zum Cupfinale, gewann Tom Mair, der damit noch Platz Drei der Cupwertung erreichte und sich für den verpassten Meistertitel des Vortages schadlos hielt. Beachtlich der vierte Platz des frisch gebackenen Meisters der Kategorie U17, Valentin Reinbacher.

Die ÖM der Amateure wurde eine sichere Angelegenheit für Christian Isak. Er siegte mit über einer Minute Vorsprung vor Gerhard Krenn und Andreas Mayer.

Der erste Höhepunkt des zweiten Renntages, die ÖSTM der Frauen-Elite, wurde eine sichere Angelegenheit für Nadja Heigl.
Die Heeressportlerin, die unter den 30 weltbesten Crosserinnen geführt wird, übernahm vom Start weg das Kommando. Lisa Pasteiner, als schärfste Konkurrentin eingeschätzt, verlor Runde um Runde an Boden. In ihrem Windschatten hatte sich die Juniorin Cornelia Holland festgebissen. Erst im Finale, Heigl hatte mit großem Vorsprung ihren siebenten Meistertitel eingefahren, konnte Pasteiner die Juniorin abschütteln und belegte Platz Zwei. Holland freute sich sichtlich über ihre erste Medaille in Bronze in der Kategorie Frauen-Elite. Den undankbaren vierten Platz belegte Silke Mair. Die Oberösterreicherin, Vizemeisterin des Vorjahres, konnte nach gesundheitlichen Problemen ihre wahre Stärke nicht ausspielen.

Als Finale und zweiter Höhepunkt des Tages folgte das Rennen um die Staatsmeistertitel der Männer-Elite. Die MTB-Elite, vertreten durch Gregor Raggl und Daniel Federspiel, die Crossspezialisten, vertreten durch Philipp Heigl und Manfred Zöger, und die Straßenfahrer Andreas Hofer und Felix Ritzinger waren die Hauptdarsteller. Und tatsächlich lagen diese Fahrer, von Blitzstarter Christoph Mick angeführt, nach einer Runde voran. Nach einem Drittel der Rennzeit setzte sich die Spitze aus Heigl, Hofer, Ritzinger und Federspiel zusammen. Jetzt zündete der Eliminator-Welt- und Europameister seinen Turbo, setzte sich von seinen Konkurrenten ab und schien mit Rundenzeiten unter 7 Minuten einem sicheren Sieg entgegen zu fahren. Beim Übergang von der Wiese auf ein Asphaltstück geschah dann ein Malheur: Der Reifen sprang von der Vorderfelge und Federspiel ging zu Boden. Enttäuscht, aber gottlob unverletzt, musste er zusehen, wie Gregor Raggl im Finale mit trockenem Antritt seine Konkurrenten versetzte und den dritten Meistertitel in Folge einfuhr. Mit knappem Abstand folgte Ritzinger und auf drittem Rang Andreas Hofer. Heigl konnte das Finaltempo nicht mitgehen und wurde Vierter vor Zöger.

Die ÖRV-ZMS Cyclocross Jahreswertung wurde bei den Männern zum ersten Mal von Philipp Heigl gewonnen. Silke Mair durfte bei den Frauen das Preisgeld und die Erinnerungstrophäe übernehmen.

Alle Ergebnisse sind via ÖRV einsehbar

Ein Video vom Start der Herren Elite via Facebook

ORF-Beitrag in Sport 20 noch bis 20.01.2019 auf der ORF-Mediathek verfügbar!

Eine Auswahl der Fotos, die an den beiden Renntagen geschossen wurden, sind nach Sichtung und Aufarbeitung nun online verfügbar.

Eine Auswahl der Fotos, die an den beiden Renntagen geschossen wurden, sind nach Sichtung und Aufarbeitung nun online verfügbar.

Fotos der Siegerehrungen
Fotos vom Samstag, 12.01.2019
Fotos vom Sonntag, 13.01.2019

Nochmals recht herzlichen Dank an unsere Sponsoren, Mitarbeiter und Unterstützer, ohne eure Hilfe wäre die Durchführung dieser Veranstaltung nicht möglich gewesen!